Tom Bone ist eigentlich der einzige aus der Familie Bone, der jemals eine richtige Ausbildung genossen hat. In der Volksschule wurde ihm schonend beigebracht, was er für das Leben in der harten Welt der Nach-Achtundsechziger-Generationen brauchte: das Blockflötenspiel.

In der Presse sorgte Teenie Tom Bone bereits als 10-jähriger für Furore: Seine erste öffentlich aufgeführte Eigenkomposition taufte er Jikeia. (Laut Original-Tagebuch von Tom war dies schlicht und ergreifend die Abkürzung für den etwas zu lange geratenen vollständigen Titel Jim Knopfs Eisentiere ihren Atem). Genau diesen Titel spielte das gutgläubige Kind einem schottischen Komponisten namens Anderson vor. Dieser erkannte das Potential des Stückes, kopierte die Musik, übersetzte den Text ins Englische, und veröffentlichte das Ganze dann unter seinem eigenen Namen auf einem Album. Mit großem Erfolg. Die Bones verklagten Anderson wegen Plagiat beim Amtsgericht Deuselbach, verloren aber in erster Instanz gegen dem mit allen Wassern des Rock-Bizz gewaschenen Anderson. Der Weg durch die Instanzen blieb den Bones aus finanziellen Gründen versperrt. Der junge Tom Bone durchlebte anschließend eine von Depression und Melancholie geprägte Phase und beschloß, fortan keine Flöte mehr in den Mund zu nehmen.

Erst als der verschlossene Jüngling eines Sonntags vor den Pforten einer Klosterkirche an der Obermosel (er pflegte dort seine Dienste als Meßdiener anzubieten) von Bruder Orloff angesprochen wurde, taute er wieder auf. Orloff kannte die Geschichte und verstand Toms Haß auf das Flötenspiel. Doch er kannte auch die Talente dieses stillen Jungen und beschloß daher, ihn zu unterrichten. In den folgenden drei Jahren brachte er dem jungen Tom Bone sowohl die theoretischen Grundlagen (Harmonielehre, Formenlehre, Kompositionslehre) als auch die handwerkliche Seite (Gitarren- und Lautenspiel, Sprechgesang) bei.

In dieser Zeit hatte er – mit Ausnahme gelegentlicher Telefonate mit seinem Bruder Drum Bone – keinerlei Kontakt zur Familie. Und dennoch sollte er es sein, der die Weichen für die härteste aller Familien-Bands stellte.

Als der glückliche, selbstsichere Tom Bone in das Heim seiner Familie zurückkehrte, sollten ihm seine Brüder nach und nach folgen.